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Johann Röper beim Kiten

Kitesurfen

Von Johann Röper

Das Motto unserer Universität könnte auch umgeschrieben werden in: Kiten, wo andere Urlaub machen.

Kaum eine Stadt in Deutschland wird so viele unterschiedliche Kitespots in so naher Umgebung haben, wie die Universitäts- und Hansestadt Greifswald! Die unterschiedlichsten Bedingungen findet man vom Salzhaff über den Darß, Rügen, den Greifswalder Bodden und das Stettiner Haff. Flachwasser hinter Sandbänken oder Molen, die mit Abstand größten Stehreviere Deutschlands in den Boddengewässern und Wellen, die sogar zum Surfen herhalten können sind locker innerhalb von zwei Stunden Fahrzeit zu erreichen.
Je nach Fahrbereitschaft und Verfügbarkeit von Autos kann die Windausbeute bei uns sehr gut sein. Besonders der Norden von Rügen, auch „Vintland“ (Windland) genannt, glänzt mit einer großartigen Statistik.

Der Greifswalder Bodden

Während die Ostsee auch im Sommer eher kühl bleibt, wärmen sich die Bodden aufgrund ihrer sehr niedrigen Wassertiefe im Frühjahr schnell auf – frieren dafür im Winter aber auch regelmäßig zu. An Warmen Sommertagen kann man deshalb hin und wieder auch mal den Neo zu Hause lassen.

Westwind

Die vorherschende Windrichtung, die Ausnahmen bestätigen dabei natürlich die Regel. Hausspots bei West liegen wie aufgereiht an der Küste westlich von Greifswald.
Loissin ist der Erste offizielle Spot, denn westlich vom Campingplatz beginnt in Richtung Waldkante ein Naturschutzgebiet. Hier sieht man zwar häufiger Kites, aufgrund der anhaltenden Versuche von Grünen und Naturschutzverbänden, weitreichende Kiteverbotszonen auszuweisen, solltet ihr aber bitte davon absehen, dort aufs Wasser zu gehen. Spaziergänge sind dort am Strand auch sehr schön..

Direkt neben Loissin liegt Gahlkow. Die Bedingungen sind an beiden Spots gleich: Endlos viel Platz, gewaltiges Stehrevier, im Sommer recht viele Kites, aber nie überlaufen. Findlinge im Wasser sind markiert. An der Sandbank laufen bei Nordwest und starkem Ostwind kleinere Wellen. Parken könnt ihr rund um den Campingplatz in Loissin, in Gahlkow vor dem Strand auf einem kostenpflichtigen Parkplatz.

Die Fahrt nach Loissin und Gahlkow dauert aus der Greifswalder Stadtmitte, solange man keinen Trecker vor sich hat, unter 15 Minuten! Das ist sogar kurz genug, um zwischen Vorlesungen raus zu gehen.
Am ehemaligen Atomkraftwerk in Lubmin ist der nächste Spot, hier geht’s auch bei leichtem Südeinschlag. Kleinere Wellen und viele Sandbänke, deshalb Vorsicht beim Springen! Die Chance, hier alleine auf dem Wasser zu sein, ist nochmals deutlich größer als in Loissin oder Gahlkow. Bei Nordost weht der Wind direkt über die Mole und es gibt freestyle-würdiges Flachwasser.

Weht der Wind aus Südwestlicher Richtung, lohnt sich oft die Fahrt nach Rügen. Suhrendorf auf Ummanz ist sehr schön und innerhalb einer Stunde zu erreichen. Die Perle unserer Umgebung ist zweifelsohne Wiek in Vintland! Der alte Name der Region im Norden Rügens verrät, wie die schiefwachsenden Bäume: Hier ist es oft windig! Die Fahrt nach Wiek dauert ca. 1,5 Stunden. Starten und Landen ist auf der kleinen Wiese etwas tricky, dafür habt ihr auf dem Wasser viel Platz und sehr glattes Wasser.

Ostwind

Besonders im Frühsommer kann es zu langen Ostwindphasen kommen. Meistens ist der Wind dann nicht sehr stark, kann aber, besonders wenn die Ostsee noch (besonders) kalt ist, thermisch verstärkt werden. Tremt, nördlich von Greifswald auf dem Weg nach Stralsund, ist dann der Spot der Wahl. Hier seid ihr auch dann sicher, wenn der Wind ein paar Grad Süd mit drin hat – in Loissin wird es dann ziemlich böig. Großes Stehrevier in Tremt, ein großer Stein im Stehbereich, die Überfahrt nach Rügen dauert auf knappem Amwindkurs vielleicht zehn Minuten. Der einzige Nachteil an Tremt: Im Frühjahr 2017 wurde dort im Wasser eine hohe Fäkalverschmutzung gemessen. Der Bauer hatte wohl grade Gülle gepumpt. Seit dem ist dort ein Badeverbot und der Platz glücklicherweise noch größer, denn die Badegäste kommen nicht mehr. Ob man noch aufs Wasser will? Der Strelasund hat Strömung, der Wind drückt das dreckige Wasser weg, ihr stürzt einfach nicht oder macht die Schotten dicht… Die Schönheit des Spots rechtfertigt viele Ausreden, um dort eine ordentliche Session zu haben!

Wer den etwas weiteren Weg samt Fährüberfahrt von 45 Minuten nicht scheut, wird in Rosengarten den schönsten Spot für Ost, und einen Konkurrenten für Wiek finden. Ihr fahrt über sehr ursprüngliche Feldwege an Bauernhöfen und Hofläden vorbei, über Hügel und Felder, mitten im Nirgendwo, bis plötzlich Kites am Himmel auftauchen. Dafür dass Rosengarten so mühsam zu erreichen ist, ist dort immer etwas los! Der Naturschutz untersagt hier das Übernachten.

 

Mehr Informationen zu den Spots in der Umgebung und der Lage von Naturschutzgebieten findet ihr unter surflocal.de (link).

Schulen

In direkter Greifswalder Umgebung findet Ihr zwei Kiteschulen:
Boardway auf dem Loissiner Campingplatz und die Ostseekiteschule (link) in Lubmin. Der Boardway hat einen sehr hohen Qualitätsanspruch und eine besonders aufwändige Schulung, ist dafür aber auch teurer als die Ostseekiteschule. Etliche Schulen findet Ihr auf Rügen, Usedom und der restlichen Ostseeküste.

 

Greifswald und der Wassersport..

Denjenigen, für die bei Entscheidung über die Wahl des Studienortes der Standort eine Rolle spielt, sei Greifswald ans Herz gelegt. So schnell an so vielen, so guten Spots ist man in keiner anderen Universtitätsstadt. Nicht in Hamburg, Lübeck, Flensburg, Kiel oder Rostock. In Greifswald weint man immer zwei Mal, sagt man. Einmal wenn man kommt, und wieder, wenn man geht. Für Wassersportler wird es nicht einfacher.

Viel Spaß in Greifswald!